Svein Jentoft, Aliou SallDies war der größte in einer Reihe von Weltkongressen zur Kleinfischerei mit mehr als 350 Teilnehmern aus 55 Ländern. Ratana Chuenpagdee, Projektleiterin des globalen Forschungsnetzwerks "Too Big To Ignore", und ihre Mitarbeiter und lokalen Organisatoren organisierten eine sehr inspirierende und produktive Konferenz. Mundus maris leistete seinen Beitrag durch die aktive Teilnahme von Aliou Sall, unserem Vizepräsidenten aus Senegal. Rechts Aliou mit Svein Jentoft, der für seine herausragenden Beiträge zur handwerklichen Fischerei geehrt wurde. Glückwunsch Svein!

Der Titel der Konferenz gab den Ton an "Transdisziplinarität und Transformation für die Zukunft der handwerklichen Fischerei". Kleinfischereien stehen überall unter Druck, da Überfischung, Wettbewerb durch Industriebetreiber, Zugangsbeschränkungen für Raum an der Küste, Finanzen und Märkte, der Klimawandel und die Herausforderungen der globalen Märkte ihre Lebensgrundlage einschränken. Dabei sind laut FAO Schätzungen 97% der beruflich in der Fischerei aktiven Menschen im handwerklichen Bereich tätig. Das Thema der Konferenz forderte uns dazu auf, über den Tellerrand hinauszudenken, was wir gemeinsam tun können, um das Verständnis für die Bedeutung der Kleinfischerei zu verbessern, sie zu fördern und ihre Lebensfähigkeit und Nachhaltigkeit zu unterstützen.

Obwohl die Konferenztage nach Wissenschaft, Gemeinschaft, Politik, Feld und Aktion geordnet waren, forderten die Veranstalter alle auf, über die folgenden Querschnittsfragen nachzudenken, während sich alle durch die Programmteile des Kongresses bewegten. Diese Querschnittsfragen gaben Hinweise und Struktur zur Teilnahme. Sie lauteten:

1. Was ist die größte Wissenslücke im Bezug auf die Kleinfischerei?

2. Was sind die größten Herausforderungen für die Kleinfischerei?

3. Welche Art Wandel ist in der Forschung, des Gemeinschaften, Märkten und Politikvorgaben erforderlich, um die Lebensfähigkeit der Kleinfischereigemeinschaften zu verbessern, ihre Verwundbarkeit zu reduzieren und ihre Nachhaltigkeit zu stärken?

4. Was müssen zivilgesellschaftliche Organisationen, die Forschungsgemeinschaft und Leute aus der Politik tun, um die Richtlinien für die Kleinfischerei in der Praxis umzusetzen?

5. Wie kann die Schnittstelle zwischen Politik und Forschung gestärkt werden?

Eine große Anzahl von Sprechern stellte die unterschiedlichsten Herausforderungen der Kleinfischerei auf allen Kontinenten in ihren Vorträgen dar. Aliou Sall sprach zu den jüngsten Trends in Senegal und entlang der westafrikanischen Küste, die zu einer selektiven Verarmung von Frauen in der Fischerei führen. Sie verlieren gegenüber internationalen Investoren mit tiefen Taschen an Boden, die die Kosten in die Höhe treiben und die Unternehmerinnen ohne Zugang zu struktureller Unterstützung und gewöhnlichen Krediten ausbooten.

Beispiele, die einige der zugrunde liegenden Falluntersuchungen veranschaulichen, sind auf der Mundus maris Webseite ausführlich dokumentiert. Klicken Sie hier für Interviews mit Ramatoulaye Barry in Guinea und mit Khady Sarr in Senegal. Die Folien von Alious Vortrag in Chiang Mai sind hier zu sehen. Das Buch der Abstracts ist hier.

Ein Ausflug zu einem See-Fischereigebiet nahe dem Konferenzort ermöglichte die Interaktion mit den dortigen handwerklichen Fischern.

Ein Teil des Nachfolgeprogramms der Konferenz fand in interaktiven Sitzungen im Workshopstil statt. Dies ermöglichte einen sehr intensiven Austausch und die Generierung neuer Erkenntnisse und Forschungsfragen.

Das Ziel der Konferenz bestand darin, machbare und innovative Lösungen zu finden, um die Fischerei nachhaltig zu gestalten, einschließlich der Möglichkeiten, die Umsetzung der SSF-Leitlinien zu unterstützen und so zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung beizutragen. Diese Diskussionen legten den Grundstein für eine stärkere Koordinierung in allen Sektoren, die zu dem Jahrzehnt der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung in den Jahren 2021–2030 (Decade of Ocean Science for Sustainable Development in 2021–2030) und dem Internationalen Jahr der handwerklichen Fischerei und Aquakultur im Jahr 2022 hinführen (International Year of Artisanal Fisheries and Aquaculture in 2022).

Klicken Sie hier, um weitere Informationen zum Kongress zu erhalten, einschließlich der Tagungsberichte, Videos, Medienreaktionen und mehr.
 
During the excursion to a near-by lake fishery Group work
Thanks to Svein Jentoft and Ratana Chuenpagdee