Auf Einladung des Jugendparlaments in Hilden, Deutschland, nahm Mundus maris an einem Flohmarkt teil, der die längere Nutzung von Textilien und Haushaltsgegenständen sowie Informationen über ein nachhaltigeres Leben fördern sollte. Dabei boten die Teilnehmer verschiedene Informationsangebote und Erkundungsmöglichkeiten an.
Neben dem bei Kindern besonders beliebten Ozeanspiel informierte Mundus maris Passanten umfassend darüber, wie der Ozean besser geschützt werden kann, um seine Funktionen wie Klimastabilisierung, Sauerstoffproduktion, Nahrungsversorgung, Arbeitsplätze, Erholungsmöglichkeiten und vieles mehr zu sichern. Angesichts der Bedrohungen der marinen Artenvielfalt, insbesondere durch staatlich subventionierte industrielle Fischerei und die rücksichtslose Zunahme der Plastikverschmutzung, wollten die Besucher des Standes mehr über das Ausmaß dieser Bedrohungen erfahren und herausfinden, was sie individuell und gemeinsam zur Regeneration des Ozeans und seiner Ökosysteme beitragen können.

Do it yourself Infomaterialien am Mundus maris Stand
In angeregten Gesprächen ergründeten die Besucher die Zusammenhänge wer in einem marinen Nahrungsnetz wen frisst. Im Meer wird der größte Teil des Sauerstoffs und der organischen Substanz von mikroskopisch kleinen Algen – dem Phytoplankton – produziert. Phytoplankton und andere Meeresalgen spielen in dieser Hinsicht eine ähnliche Rolle wie Pflanzen an Land, beispielsweise Gräser und Bäume. Sie bilden die erste trophische Ebene, die Basis des marinen Nahrungsnetzes. Das Phytoplankton wird von kleinen Tieren, dem sogenannten Zooplankton (zweite trophische Ebene), gefressen. Nur wenige wissen, dass aufgrund des hohen Energieaufwands des Lebens im Wasser nur zehn Prozent der Biomasse bzw. Energie der ersten trophischen Ebene, der pflanzlichen Produzenten, an die nächste Ebene weitergegeben werden. Wenn Zooplankton von kleinen Fischen wie Sprotten, Heringen und Sardinen oder von Quallen gefressen wird, bilden diese die dritte trophische Ebene und machen wiederum nur etwa zehn Prozent der Biomasse des Zooplanktons aus. Diese kleinen Fische sind dennoch recht zahlreich und werden ihrerseits von Tintenfischen, größeren Fischen und Meeressäugern gefressen. Die Position von Tieren in der Nahrungskette beeinflusst ihre Populationsgröße. Raubtiere an der Spitze der Nahrungspyramide, wie Hochseehaie, große Thunfische und Orcas, sind zwar wichtig für das Funktionieren der Nahrungskette, weisen aber geringere Populationsgrößen und eine längere Lebensdauer auf. Sie sind stark von der Fischerei betroffen. Nach Jahrzehnten intensiver industrieller Fischerei wird geschätzt, dass viele dieser Räuber an der Spitze des Nahrungsnetzes weniger als zehn Prozent ihrer Biomasse von vor einem Jahrhundert besitzen. Dadurch wird die Gesundheit und Produktivität der Ökosysteme stark beeinträchtigt. Die durch den Klimawandel bedingte Erwärmung der Ozeane setzt die Populationen zusätzlich unter Druck, da wärmeres Wasser weniger gelösten Sauerstoff enthält.
Die Durchsetzung der Schutzmaßnahmen in ausgewiesenen Meeresschutzgebieten, die Reduzierung des Fischereidrucks und der CO₂-Emissionen gehören zu den Prioritäten für die Wiederherstellung der marinen Biodiversität und der Nahrungsnetze, damit wir auch weiterhin von den Produkten und Dienstleistungen des Meeres profitieren können. Die Unterstützung des EU Green Deals, nationaler Maßnahmen und lokaler Initiativen sollte daher ganz oben auf der Agenda stehen. Darüber hinaus kann die FishBase Guide App Meeresliebhabern auch auf individueller Ebene helfen, Jungfische zu schützen und zur Regeneration beizutragen. Sie tut das indem sie Informationen zur Mindestgröße für die Fortpflanzung aller kommerziell genutzten Fischarten bereitstellt und kostenlos zugänglich macht.
Die Veranstaltung fand am 23. August 2025 von 11 bis 16 Uhr im Stadtzentrum von Hilden statt. Der Austausch am Stand von Mundus maris war so anregend, dass wir die Veranstaltung um eine weitere Stunde verlängerten.