Mundus maris asbl gehört zu den mehr als 140 Organisationen, die das Blaue Manifest für einen gesunden und widerstandsfähigen Ozean bis 2030 unterstützen. Wir sind im Jahrzehnt des Ozeans! Der Ozean ist unser bester Verbündeter bei der Stabilisierung des Klimas. Er produziert die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen, er sorgt für Nahrung, Arbeitsplätze, Handel und Erholung. Unsere Kulturen sind durchdrungen von der Geschichte des Ozeans. Doch die unerbittliche Ausbeutung und ungezügelte Verschmutzung, die dem Profitstreben einiger weniger geschuldet ist, haben dazu geführt, dass 93 % der europäischen Meeresgewässer geschädigt sind. Das muss aufhören! Wir wissen, dass die Regenerationsfähigkeit des Ozeans groß ist. Das Blaue Manifest zeichnet einen ehrgeizigen, aber konkreten Weg zu einem regenerierten Ozean, zu einer erneuerten biologischen Vielfalt und zur Unterstützung florierender Küstengemeinden.

Danny van Belle

Es ist an der Zeit, dem Ozean etwas zurückzugeben. Das für das Jahr 2027 geplante Europäische Ozeanschutzabkommen, das durch einen umfangreichen Ozeanfonds unterstützt werden muss, bietet die Gelegenheit, genau dies zu erreichen. Aus diesem Grund hat sich Mundus maris mit den folgenden Empfehlungen an der öffentlichen Konsultation zum Ozeanschutzgesetz beteiligt:

  • Durchsetzung der bestehenden Bestimmungen der Gemeinsamen Fischereipolitik und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie durch eine bessere Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten und deren Einhaltung. Die Überprüfungen haben eine erhebliche Umsetzungslücke aufgezeigt, so dass der Nutzen geringer ausfällt als erwartet;
  • Unterbindung der schädlichsten Aktivitäten in EU-Gewässern, insbesondere in ausgewiesenen Meeresschutzgebieten und Natura-2000-Gebieten, Erweiterung der Gebiete mit Schutz gegen solche schädigenden Einflüsse, um dem stetigen Rückgang der Ökosysteme und ihrer Erträge entgegenzuwirken und die Verfügbarkeit lokaler Produkte anstelle von Importen zu erhöhen;
  • Bessere Durchsetzung und Umsetzung anderer bestehender Verpflichtungen in Bezug auf die Weltmeere, mit besonderem Augenmerk auf die Festlegung verbindlicher Ziele für den Schutz der Polarmeere und Gletscher, der sogenannten Klima-Thermostate;
  • Unterstützung einer verbesserten Politikkohärenz durch Betonung des sektorübergreifenden Dialogs und der Zusammenarbeit, um bessere Gesamtergebnisse zu erzielen;
  • Weitere Verbesserung der Kohärenz der Politik, indem der zunehmenden Machtkonzentration in den Sektoren der Meereswirtschaft entgegengewirkt wird. So werden die sozialen Ungerechtigkeiten verringert, die die Bewältigung der dreifachen planetarischen Krise behindern. Diese werden in der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen genannt.

Das Ozean Abkommen bietet der EU die Gelegenheit, den partizipativen Dialog zwischen verschiedenen Interessengruppen zu stärken, um die Umsetzungslücken zu schließen. Sie muss umweltfreundliche Lösungen zur Bewältigung des Meeresspiegelanstiegs fördern und die Versiegelung durch Küsteninfrastrukturen minimieren. Weiterhin gilt es schädliche Fischereisubventionen auslaufen lassen und dazu beitragen, die illegale, unregulierte und unregistrierte Fischerei (IUU-Fischerei) einzudämmen. Ziel muß es sein, einen wirksamen Schutz von Meeresschutzgebieten zu gewährleisten und die Umsetzung des BBNJ-Vertrags (Vertrag über die biologische Vielfalt in Gebieten jenseits der nationalen Gerichtsbarkeit nach dem Seerecht) und des GBF-Vertrags (Globaler Rahmen für die biologische Vielfalt von Kunming und Montreal im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt, CBD) aktiv zu unterstützen.

Zusammen mit einer integrativen marinen Raumplanung tragen diese Maßnahmen dazu bei, dass sich die Meere regenerieren können, eine große biologische Vielfalt aufweisen und klimaresistent sind. Wenn das Ozeanschutzabkommen auf diese Weise angegangen und umgesetzt wird, schafft es auch wirtschaftliche Möglichkeiten für eine schonende Fischerei. Es bietet mehr lokale Wertschöpfungsketten, einschließlich geschlechtsspezifischer Fördermaßnahmen, und Freizeitaktivitäten, die auf gesunde, regenerierte Meeres- und Küstengewässer in der EU und darüber hinaus angewiesen sind. (Ende des Zitats, übersetzt)

Lesen Sie hier den detaillierten Fahrplan bis 2030, um gesunde europäische Meere Wirklichkeit werden zu lassen. Das Ozeanschutzabkommen muss mit einem Beitrag zum Meeresfonds unterlegt werden!

Harvey Buyst