Definition:

Illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischereien (IUU-Fischerei) sind Formen von Fischfang ohne eine gültige Lizenz und ohne Berichterstattung der Fänge in nationalen oder internationalen Gewässern unter der Schirmherrschaft einer Regionalen Fischereibewirtschaftungsorganisation (RFO). Unregulierte Fischerei bezieht sich größtenteils auf Schiffe ohne Staatszugehörigkeit oder solche, die unter der Flagge eines Landes arbeiten, das nicht Vertragspartei der einschlägigen RFO ist. Piraten-Aktivitäten können sich auch auf das illegale Umladen auf See und alle anderen Formen der Umgehung bestehender Gesetze, Vorschriften und Bestimmungen beziehen. Der IUU-Aktionsplan der FAO enthält eine umfassende Definition und schlägt Gegenmaßnahmen vor.

Einige Fakten:

  • Piratenfischerei ist in den letzten Jahrzehnten auf dem Vormarsch und könnte nach den jüngsten Schätzungen bis zu einem Drittel der Fischerei betreffen, obwohl aufgrund der illegalen Natur der Aktivitäten "harte" Daten schwer zu bekommen sind.

  • Anreize für die IUU-Fischerei entstehen u.a. aus den massiven Überkapazitäten der Fang- und Transportflotten sowie der Verarbeitungseinrichtungen. Im Jahr 2009 schätzte der WWF Deutschland konservativ, dass die Gewinne aus illegalen Fänge sich in den letzten Jahren auf zwischen 4 und 9 Mrd. US $ belaufen.

  • Andere Quellen nennen noch höhere Zahlen: Das Team der spezialisierten Webseite, das illegale Fischerei untersucht und aufzudecken sucht, hat geschätzt, dass in den letzten Jahren zwischen 11 und 26 Millionen Tonnen Fisch illegal gefangen wurden oder aus nicht gemeldeten oder unregulierten Fischereien (IUU) stammen (Agnew et al., 2009). Der Schaden durch diese illegalen Aktivitäten wird auf zwischen 10 und 23,5 Mrd. US $ jährlich geschätzt.

  • Das Ausmaß der illegalen Fischerei und die damit verbundenen Tätigkeiten, einschließlich Handel, ist ein Indikator für schlechte Regierungsführung und noch schwächerer Durchsetzung der bestehenden Gesetze und Regelungen. Dies zeigt sich in der EU, wie in einer kürzlich erschienenen Publikation dargestellt: Bei den derzeitigen Trends wird die EU ihre rechtliche Verpflichtung für den Wiederaufbau geschädigter Meeresökosysteme bis zu 30 Jahre verpassen. Lesen Sie mehr darüber. Die laufenden Versuche, die bisher verfehlte Fischereipolitik zu reformieren, kann noch den Verlauf des allmählichen Rückgangs der Resourcen und der sozialen Misere umkehren und zur Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen führen. Unter anderem hat die EU Maßnahmen gegen die IUU-Fischerei vorgeschlagen und fordert die Zusammenarbeit ihrer Handels-und Kooperationspartner, um dieser Geißel Einhalt zu bieten.

  • Die neue Führung in wichtigen Institutionen in den USA hat einige Fortschritte bei der Anwendung der bestehenden Rechtsvorschriften für die Erhaltung und Wiederherstellung von in Mitleidenschaft gezogener Fischbestände gemacht. Sie legt wieder eine grössere Achtung ihrer gesetzlichen Verpflichtungen an den Tag und die Führungskräfte berücksichtigen die Forderungen unzähliger Bürger, Prominenter und Naturschutzorganisationen, die einen Kurs in Richtung Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung der Ökosysteme befürworten.

  • Greenpeace und die Environmental Justice Foundation haben in mehrerer anschaulichen Videos auf die Piratenfischerei vor Westafrika aufmerksam gemacht, die nicht nur die sichtbare Seite der Zerstörung einst produktiver Resourcen, sondern auch das soziale Elend und den  Missbrauch aufzeigen, die oft Hand in Hand mit solchen illegalen Tätigkeiten gehen.